Christian hat HIV:

Positiver Befund - Positive Veränderungen

Wie geht es Christian heute?

Christian (45, Name geändert) ist Mitte 30, als er erfährt, dass er HIV-positiv ist. Er hat keine Symptome. Den Befund erhält der Krankenpfleger im Rahmen einer Routine-Untersuchung beim Betriebsarzt. Die Diagnose ist ein Wendepunkt. „Mein Leben hat sich zum Besseren verändert.“ Heute, rund zehn Jahre später, ist Christian zufriedener als je zuvor. Auch dank der Unterstützung seines Arztes.

„Der HIV-Test war freiwillig. Ich habe mir gar nichts dabei gedacht, bis nach drei Tagen dieser Anruf kam: Ich sollte noch einmal zur Blutabnahme, weil angeblich die erste Probe verloren gegangen war“, erzählt Christian. „Durch meine Arbeit wusste ich aber, das kann nicht sein. Da ging die Panik los.“ Als die Ärztin Christian mit der Diagnose konfrontiert, überrollt ihn eine Flutwelle von Emotionen. Sie nimmt ihn in den Arm, spricht ihm Mut zu. „Und doch war da dieser Tsunami aus Angst: HIV. AIDS.“

Die ersten 48 Stunden nach seiner Diagnose erlebt Christian als Hölle auf Erden. Er denkt an Rock Hudson und Freddie Mercury, frühe prominente AIDS-Opfer. Im Kopfkino laufen Szenen aus dem Film „Philadelphia“. Christian geht ins Internet, will mehr über HIV und AIDS erfahren – es ist der blanke Horror. „Ich war machtlos und handlungsunfähig, einfach zu nichts mehr in der Lage. Ich habe sogar überlegt, wie ich mich umbringen kann.“ 

HIV ist heute kein Todesurteil mehr

Nach zwei schlaflosen Nächten kommt endlich der Termin beim Facharzt. „Bevor es mit der Untersuchung losging, hat mich eine Mitarbeiterin aus der Praxis in Empfang genommen, mir die Hand auf die Schulter gelegt und mir einfühlsam erklärt, dass ein langes Leben mit HIV möglich und die Erkrankung kein Todesurteil mehr ist. Das tat gut.“

Nach der Diagnose erfolgen weitere umfangreiche Untersuchungen und Gespräche. „Dermatologe, Lungenfacharzt, Röntgenpraxis - ich musste zu allen möglichen Ärzten“, so Christian. Obwohl er keine Symptome zu beklagen hat, prägt die Erkrankung zunächst einmal seinen Alltag. 

Leben mit HIV: Innovative Therapie für mehr Lebensqualität im Alltag

Körperlich geht es Christian auch nach der Diagnose weiter gut. „Das kann sich ohne Therapie aber schneller ändern. Deshalb habe ich mich nach einem Vierteljahr entschieden, mit einer medikamentösen Behandlung zu beginnen.“ Die Viruslast sinkt schnell unter die Nachweisgrenze. Das Gefühl, nicht infektiös zu sein, gibt ihm Sicherheit im Job und im Privatleben.

Dennoch klärt Christian mit seinem Arzt, ob eine Umstellung der Medikation möglich ist. Es geht ihm um mehr Lebensqualität im Leben mit HIV:  Zweimal am Tag zur immer gleichen Uhrzeit mehrere Tabletten einnehmen zu müssen, das macht Christian sehr zu schaffen. „Da sitzt man mit Freunden im Restaurant und muss sich dann zwischendurch mit seinen Medikamenten aufs Klo schleichen, damit nicht alle etwas mitbekommen.“ Nach der Umstellung nimmt Christian seine Tabletten nur noch am Morgen. „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was mir jetzt zur Verfügung steht. Die engmaschige medizinische Betreuung und die Medikamente ermöglichen mir eine gewisse Normalität in meinem Leben mit HIV. Ich kann die Dinge tun, die mir wichtig sind. Heute weiß ich: Ein positiver Befund kann positive Veränderungen bewirken.“ 

Vertrautes Verhältnis zum Arzt

Nach etwa drei Monaten wechselt Christian aus der HIV-Praxis in seinem Heimatort zu einem Spezialisten in einer anderen Stadt. Die alte Praxis liegt zu nah an der Arbeitsstelle. Das Risiko ist zu groß, dort von Leuten gesehen zu werden, die von seiner Erkrankung nicht erfahren sollten. Schließlich will Christian selbst bestimmen, ob und wann wer von seiner Erkrankung erfährt. Auf Empfehlung eines Bekannten wechselt Christian zu einem Spezialisten in die nächstgrößere Stadt. „Die beiden Mediziner kannten sich. Sie haben sich ausgetauscht, und ich musste nicht alles von vorn erzählen.“

Über die Jahre hat sich ein vertrautes Verhältnis zu seinem Arzt entwickelt. Ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis ist Christian wichtig. Sein Tipp: Offenheit. „Mein Arzt gibt mir das Gefühl, jederzeit die Dinge ansprechen zu können, die mir gerade wichtig sind. Er nimmt mich als Person ernst, findet aber auch zur rechten Zeit klare Worte.“ 

Der Arbeitsplatz ist die tragende Säule

Der Job in einem Krankenhaus ist über all die Jahre eine tragende Säule in seinem Leben, Beruf und Berufung zugleich. „Die Arbeit hat mir Selbstvertrauen und eine Form von Familie gegeben“, sagt Christian. „Als die Diagnose kam, habe mich natürlich sofort gefragt, ob ich mit HIV überhaupt noch als Krankenpfleger arbeiten darf.“ Bis auf wenige Einschränkungen kann Christian seinen Dienst weiterleisten. „Ich könnte also in meinem Beruf letztlich bis zur Rente tätig sein.“ 

Kollegen setzen sich mit HIV auseinander

Nach und nach hat Christian seinen Kollegen von seiner Erkrankung erzählt. Negative Reaktionen gab es kaum. „Die Mehrheit hat sich durch mein Outing mit dem Thema stärker auseinandergesetzt. Sie wissen heute darüber Bescheid, wann ein Mensch mit HIV infektiös ist, welche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen sind. Und die Kollegen haben nun jemanden, den sie jederzeit fragen können und der ihnen eine ehrliche Antwort gibt.“ 

Hilfe für die Seele

Vor allem in den ersten Monaten nach seiner Diagnose fällt es Christian schwer, seine Situation zu akzeptieren. „Durch meine Arbeit als Krankenpfleger wusste ich aber, wenn man mit Dingen alleine nicht fertig wird, soll man sich professionelle Hilfe nehmen.“ Zwei Jahre dauert die Suche nach einer Psychotherapeutin. Die Geduld zahlt sich aus. Im Laufe der Therapie rückt HIV immer mehr in den Hintergrund, andere Themen geraten dafür in den Fokus. „Es gab ein paar Eigenschaften an mir, die ich nicht leiden konnte.“ Auch das schon lange belastete Verhältnis zu seiner Familie kommt immer wieder zur Sprache.

Durch die psychotherapeutische Begleitung traut sich Christian zunehmend, sich zu outen. Das ist wichtig, weil es mit der Zeit immer anstrengender wird, die Arzttermine oder die Befreiung von bestimmten Aufgaben im Job erklären zu müssen. „Etwas zu verändern, bedeutet nicht, andere machen zu lassen, sondern sich selbst in Bewegung zu setzen. Verantwortung für sein Leben und seine Zukunft zu tragen.“ Für die Unterstützung ist Christian seiner Psychotherapeutin und seinen Ärzten dankbar. „Ich bin zu einem Menschen geworden, der ich gerne schon mit Anfang 20 gewesen wäre. Heute führe ich ein vollkommen zufriedenes, glückliches und ausgeglichenes Leben.“ 

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MyMicroMacro - Plattform für HIV-Patienten und Angehörige

Deutsche Aidshilfe e.V. 

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