Triathlon, Handball, Gewichtheben – Paul war zeitlebens ein echtes Bewegungstier, wie er selbst sagt. Umso größer der Schock, als er kurz vor seiner Pensionierung erfährt, dass er Prostatakrebs hat. Für den damals 65-Jährigen bricht eine Welt zusammen. Hinzu kommt die Angst: Kann ich jemals wieder Sport treiben?
Paul wird sofort operiert. Er ist ein aktiver Patient und will mitreden. Welche weitere Behandlung ist die richtige? Soll er eine Strahlentherapie machen? Gibt es andere Optionen? Die ersten Medikamente, die Paul einnimmt, haben heftige Nebenwirkungen. Doch Paul kämpft weiter. Am Ende führt ein neues Präparat zum Erfolg. Heute kann Paul wieder unbeschwert seinen Lieblingssportarten nachgehen: Joggen und Radfahren.
Leidenschaftlich widmet sich Paul, Jahrgang 1944, auch seiner Familie. Er ist zum zweiten Mal verheiratet, hat drei Kinder und drei Enkelkinder. Der dynamische Pensionär blickt auf ein langes Berufsleben zurück: Er startete zunächst als Industriekaufmann. Als Endzwanziger entschloss er sich dann für ein Studium der Sozialarbeit, weil er mehr mit Menschen zu tun haben wollte. Als Diplom-Sozialarbeiter betreute er Kinder, Jugendliche und Erwachsene in besonderen Lebenslagen. Trotz Krebserkrankung ist Paul aktiv, offen, zuversichtlich – und ist immer für einen Scherz zu haben.
Ruhestand? Von wegen! „Im Schrebergarten zu sitzen, wäre nichts für mich“, sagt der 71-Jährige. Trotz Prostatakrebs führt er heute ein abwechslungsreiches und aktives Leben. „Ich bin ja vergleichsweise gut dran. Ich lebe. Ich sitze nicht im Rollstuhl. Ich kann joggen, Rad fahren, mit meinen Enkeln spielen, meine Freunde besuchen. Von daher bin ich sehr dankbar.“
Sport ist weiterhin sein Lebenselixier. Aber er kann auch gut abschalten. „Wenn ich mal Ruhe habe, lese ich oder höre Musik“, berichtet er. Manchmal greift er auch zur Mundharmonika. Blues-Klänge mag er am liebsten. Von Zeit zu Zeit spielt er bei Feiern. „Einfach so, ganz spontan, das macht am meisten Laune.“
Freunde und Familie geben Paul Kraft, allen voran seine Frau, seine Kinder, die Enkel. Noch dazu hat er seit einiger Zeit einen Honorar-Job: Er betreut sozial benachteiligte Familien in Herne, Bochum und Essen. „Ich habe immer gesagt: Auch wenn ich pensioniert bin, möchte ich mein Wissen und meine Erfahrungen weitergeben.“
Paul genießt die Kleinigkeiten im Leben: Morgens entspannt frühstücken beispielsweise. „Ich achte mehr auf mich als früher. Ich lasse mich nicht gehen." Er ist sich sicher: „Wenn ich mich hängengelassen hätte, ginge es mir heute nicht so gut.“ Aber Paul hatte schon immer einen großen Durchhaltewillen. Er ist ein „harter Hund“, wie er sagt.
Anderen Betroffenen rät Paul zur Eigeninitiative: „Seht zu, dass ihr euch informiert und selber aktiv werdet. Die eigene Einstellung zählt.“ Und: „Sucht euch einen Urologen, der nicht mundfaul ist. Passt auf eure Psyche auf. Eine Selbsthilfegruppe ist das A und O.“ Paul hätte noch viel zu erzählen. Doch er sagt: „Jetzt gehe ich erstmal joggen.“
Anderen Betroffenen rät Paul zur Eigeninitiative: „Seht zu, dass ihr euch informiert und selber aktiv werdet. Die eigene Einstellung zählt.“ Und: „Sucht euch einen Urologen, der nicht mundfaul ist. Passt auf eure Psyche auf. Eine Selbsthilfegruppe ist das A und O.“ Paul hätte noch viel zu erzählen. Doch er sagt: „Jetzt gehe ich erstmal joggen.“
Weitere Informationen:
Deine Manndeckung - Informationen zur Früherkennung von Prostatakrebs
Achte auf dich, lass dich nicht gehen, werde aktiv!
„Man kann viele Jahre gut mit der Krankheit leben.“
Tim Schenk ist vor knapp einem Jahr bei Janssen Deutschland eingestiegen und leitet dort den Bereich „Solid Tumors“, der sich mit den festen Krebsarten wie Prostata-, Eierstock- oder Brustkrebs beschäftigt. In dieser Funktion koordiniert der gebürtige Niederländer unter anderem die Zusammenarbeit verschiedener Fachabteilungen. Sechs Fragen zur häufigsten Krebsart beim Mann.
Ich würde mir nicht anmaßen, die Gefühle der Betroffenen wiedergeben zu können. Aber auch in meiner Familie gab es mehrere Krebsfälle, mein Onkel ist sogar an Prostatakrebs verstorben. Deshalb weiß ich: Viele Menschen haben Angst, denn sie empfinden die Diagnose wie ein Todesurteil. Das liegt auch daran, dass viele Männer meist nicht genau wissen, was Prostatakrebs eigentlich ist und wie sich die Krankheit auswirkt.
Das Wichtigste ist tatsächlich, die Krankheit gut zu erklären und einzuordnen. Und: Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und die Wahrscheinlichkeit, länger zu leben, steigt. Deshalb ist es so wichtig, Männer zur Früherkennung zu bewegen. Nur jeder Fünfte macht allerdings davon Gebrauch.
Indem man für Aufmerksamkeit sorgt und aufklärt. Wir haben dazu im Raum Hannover die Aktion „Deine Manndeckung“ gestartet, gemeinsam mit Partnern aus der Region: niedergelassenen Urologen, der AOK, der Medizinischen Hochschule und dem Fußballverein Hannover 96. Mit Aufklärungsmaterialien nehmen wir der Früherkennungsuntersuchung ihren Schrecken. Als Teil dieser Gesamtinitiative waren auch Heimspieltickets für die Partie Hannover 96 gegen Bayern München zu gewinnen. Die Resonanz war sehr positiv und wir prüfen derzeit, ob wir „Deine Manndeckung“ ausweiten.
Sie ist nicht zu unterschätzen, da die Betroffenen vielfach in ihrem Selbstbewusstsein, ihrer Männlichkeit erschüttert sind. Psychologische Unterstützung kann deshalb sehr wertvoll sein. Wir evaluieren gerade, wie wir als Pharma-Unternehmen Fachärzte unterstützen können, ihre Patienten entsprechend zu begleiten.
In den vergangenen fünf Jahren hat sich bei den Behandlungsoptionen gegen Prostatakrebs mehr getan als in den zwanzig Jahren davor.
Ich weiß, dass ich mit meiner Arbeit etwas Nützliches für Menschen tue.
Pauls Beispiel zeigt, dass man viele Jahre gut mit der Krankheit leben kann. Und dass man sein Leben auch genießen kann - ohne Schmerzen und ohne Erschöpfungszustände, die bestimmte Therapien mit sich bringen können. Genau das ist es, was wir unter „Mehr leben im Leben“ verstehen.
Ja, natürlich, weil ich weiß, dass ich etwas Nützliches für Menschen tun kann. Dass ich helfen kann. Das motiviert ungemein.
Mehr erfahren:
Innerer Schweinehund? Nicht bei Paul. Er schnürt regelmäßig seine Laufschuhe, um beim Joggen den Kopf frei zu bekommen. Eine Auswahl seiner Lieblingsstrecken.
Trotz seiner Krebserkrankung kann der 71-jährige Paul noch joggen und auf dem Rennrad seine Runden drehen. Bei vielen anderen Menschen sorgt vor allem der berühmte „innere Schweinehund“ dafür, dass es meist bei den guten Vorsätzen für ein aktiveres und gesünderes Leben bleibt. Wie schafft man es also, seine Vorsätze dauerhaft umzusetzen? Dazu ein paar Vorschläge...
„Ab morgen mache ich regelmäßig Sport!“ - von wegen: Vor allem bei Bewegungs-Muffeln bleibt es meist beim ehrgeizigen Vorsatz. Dabei kann es besonders für chronisch Kranke und auch für Krebspatienten von Vorteil sein, wenn sie sich ihren Möglichkeiten entsprechend bewegen. Beim Start in ein aktiveres Leben helfen „smart“ formulierte Ziele. Die Abkürzung SMART steht für spezifisch, messbar, angemessen, realistisch und terminiert. Je konkreter die guten Vorsätze, desto besser: „Ab morgen werde ich zwei Trainingseinheiten pro Woche einlegen. Jeweils eine Stunde Cardio- und Muskeltraining.“ So klappt es ganz bestimmt mit dem Sport.
Der gute Vorsatz ist der erste Schritt, die eigene Lebensweise positiv zu verändern. Doch es ist sinnvoll, systematisch vorzugehen. Beim Thema Ernährung hilft es, seine Essgewohnheiten zu protokollieren, um anschließend realistische und konkrete Ziele festlegen zu können. Außerdem sollten von vornherein Strategien für mögliche schwache Momente sowie kleine Belohnungen für Etappensiege eingeplant werden. Für Krebspatienten spielt die Ernährung eine besondere Rolle. Krebs und Genuss im Alltag - das sollte sich nicht kategorisch ausschließen. Entsprechende Tipps finden Interessierte unter www.krebsratgeber.de.
Damit gesunde Ernährung zur Gewohnheit wird: Mit frischen und farbenfrohen Zutaten fällt die Umstellung leichter.
Psychologen beschreiben eine Gewohnheit auch als unbewusstes Handeln. Demnach folgt auf einen bestimmten Reiz eine gewohnte, unbewusste Handlung. So gönnt sich mancher, dem Wunsch nach Entspannung folgend, automatisch öfter mal ein Glas Wein. Dabei kann das Bedürfnis nach Entspannung auch bewusst mit einem anderen Reiz verbunden werden – zum Beispiel mit einer Tasse Tee. Durch Wiederholungen wird die bewusste Handlung zu einer (gesünderen) Gewohnheit.
Oft sind es Kleinigkeiten, die den stressigen Alltag erträglicher machen. In Ruhe die Lieblings-CD hören, mit der besten Freundin telefonieren oder ein Spielzeugauto im Internet ersteigern – wer regelmäßig und bewusst solche kleinen Momente der Freude setzt, kann damit seine Grundstimmung verbessern. Und wer besser drauf ist, tut sich mit Veränderungen leichter.
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